Schulprogramm

Unser Schulprogramm wurde von KollegInnen und Eltern erarbeitet. Die Schwerpunkte werden kontinuierlich weiterentwickelt.

1. Integratives Förderkonzept

  • Förderung soll früh und präventiv geschehen.

    In unseren Vorschulklassen finden frühdiagnostische Untersuchungen statt. Vorschul- und SonderpädagogInnen erarbeiten gemeinsam ein Förderkonzept.
  • Förderung findet strukturiert und kontinuierlich statt.

    Alle PädagogInnen werden in maximal zwei Klassen eingesetzt, um so eine größtmögliche pädagogische Kontinuität zu gewährleisten. Seit 2011 werden immer ca. 8 Klassen zu einem Lerndorf zusammengefasst. So sind im Vertretungsfall immer die gleichen Lehrkräfte für die gleichen Kinder zuständig. Seit 2010 ist eine längere Kontinuität dadurch gewährleistet, dass die SchülerInnen durch Teilnahme am Schulversuch sechs Jahre an unserer Schule sind. Außerdem sind seit dem Schuljahr 2013/14 immer zwei jahrgangsübergreifende Lerngruppen einander so zugeordnet, dass die Kinder in die Lerngruppe hochwachsen, in denen sie MitschülerInnen und LehrerInnen bereits kennen.
  • Förderung ist immer integrativ.

    Seit 1993 arbeiten wir als integrative Regelschule. Seit 2010 sind wir Schwerpunktschule für Kinder mit speziellen Förderbedarfen. Durch die intensive Kooperation mit den weiterführenden Schulen werden die Grundlagen geschaffen, die integrative Beschulung auch nach der 6. Klasse optimal fortzuführen. Durch MitarbeiterInnen im freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) können Kinder mit speziellen Behinderungen im Ganztag zusätzlich betreut werden.
  • Förderung setzt am aktuellen Lernstand des Kindes an.

    Wir haben lange Erfahrung mit individualisiertem Unterricht. Die Arbeit in den Hauptfächern (Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch) findet selbstbestimmt und mit individuell angepassten Lerninhalten im Lernbüro statt; die Arbeit in den Bereichen Naturwissenschaft, Technik und Gesellschaft erfolgt zu festen Projektzeiten in vorgegebenen und selbst gewählten Projekten. Durch das jahrgangsübergreifende Lernen wird insbesondere den leistungsstärkeren Kindern die Möglichkeit gegeben, sich mit Aufgabenstellungen jenseits des eigenen Altershorizonts zu befassen. Mit dem schulweit eingeführten Lernbegleiter (seit 2010) sollen die SchülerInnen ihr Lernen perspektivisch planen, dokumentieren und auswerten. In unseren Lernhäusern wird handlungsorientiertes Lernen ermöglicht: Leseburg, Schreibwerkstatt, JeKi, Forscherwerkstatt, Werkraum, Computerraum, Atelier und SINUS-Raum.
 

2. Elterneinbindung

  • Kooperation mit den Eltern

    Die Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist ein Grundsatz unserer Elternarbeit. Die KlassenlehrerInnen schaffen über die zwei jährlichen Lernentwicklungsgespräche hinausgehende Gesprächsangebote, in denen ein Austausch mit den Eltern möglich ist. In der Elternberatung, die es seit 2009 gibt und die von einer Mutter angeboten wird, können Eltern auch auf Kurdisch und Türkisch muttersprachlich beraten werden. Dieser intensive Austausch ermöglicht es Eltern und PädagogInnen, bei der Erziehung des Kindes gemeinsam vieles zu bewirken. Alle zwei Monate findet das Elterncafé statt. Hier besteht der informelle Rahmen, sich im gemütlichen Beisammensein von Lehrkräften und Eltern auszutauschen. Für pädagogische Transparenz sorgen die PädagogInnen durch den Lernbegleiter, in welchem die Arbeit der Kinder für die Eltern nachvollziehbar dokumentiert werden soll. Die Eltern können nach Voranmeldung durch Hospitationen das Klassenklima und Lernen in der Klasse kennenlernen sowie ihr Kind in der Schule erleben. Einmal jährlich findet der Tag der offenen Tür statt, an welchem die Möglichkeit besteht, auch die ganze Schule und die verschiedenen Lernräume der Schule zu besichtigen.
  • Aktive Elternmitarbeit im schulischen Ganztag

    In der Ganztagsschule ist die Bedeutung der Eltern noch dadurch gewachsen, dass viele Eltern im Ganztagsbetrieb tätig sind. Eltern arbeiten in der Kantine und leiten Kurse; sie betreuen in der Mittagspause die Spielgeräte auf dem Schulhof und beaufsichtigen Lernräume, so dass diese auch in den Pausen den Kindern zur Verfügung stehen. So wird unsere Schule als erweiterte Familie erlebt.
 

3. Konfliktpädagogik

  • Umgang mit Konflikten

    Unser Gewaltpräventionskonzept wurde mit großer Mehrheit vom Kollegium beschlossen und mit den SchülerInnen abgestimmt. Unser Ticketsystem hat für die KollegInnen eine Informations- und für die Kinder eine Warnfunktion. Eine einheitliche Vorgehensweise bei Regelverstößen wird so gesichert. Manche unserer SchülerInnen sind nicht in der Lage, den schulischen Ganztag permanent in einer großen Kindergruppe zu bewältigen. In unserem Ruheraum, der Insel, können sie sich ausruhen oder präventiv Konflikten aus dem Weg gehen. Bei Problemen gibt es weiterhin Unterstützung durch die Beratungslehrkraft.
  • Steigerung der Ich-Kompetenz der SchülerInnen

    Seit 2010 werden SchülerInnen zu Streitschlichtern ausgebildet. Seit 2011 wird eine Kleingruppe jeweils für ein halbes Schuljahr im Grundschulprojekt betreut. Durch sozialpädagogische Betreuung lernen sie, ihr Selbstwertgefühl zu stärken, achtsam miteinander umzugehen und Konflikte konstruktiv zu lösen. Durch das Theaterstück Mein Körper gehört mir des Vereins Dunkelziffer e.V. werden SchülerInnen darin unterstützt, eigene Grenzen kennenzulernen und zu wahren. Es werden viele Möglichkeiten des handelnden Lernens angeboten, so im Projektunterricht, im JeKi-Projekt, im Kinderkiosk, als ForscherassistentIn oder als LesehelferIn. Durch diese Erfahrung werden unsere SchülerInnen selbstbewusster und trauen sich auch oft im Unterricht mehr zu. Durch die alltägliche Erfahrung mit der Inklusion wie auch das jahrgangsübergreifende Lernen lernen die Kinder, mit Unterschieden umzugehen, hilfsbereit zu sein und Schwächen anzuerkennen. Hierdurch wachsen ihr Selbstwertgefühl und ihre Solidarität.
  • Demokratische Beteiligung von SchülerInnen am Schulleben und Unterricht

    In den Klassen findet einmal wöchentlich der Klassenrat unter Leitung der Klassensprecher statt. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, eigene Anliegen einzubringen und sich darüber auszutauschen. Das entsprechende Gremium auf schulischer Ebene ist die Kinderkonferenz, welche einmal im Monat tagt.